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Modelle und Clones
MacroSystem (US & Germany): DraCo
| MacroSystem (US & Germany): DraCo Vision |

Der originale DraCo sitzt in einem Tower.

Der DraCo Vision sitzt in einem Würfelgehäuse.

DraCo Vision mit geöffneter Klappe

Rückseite des DraCo Vision
DraCo Anschlüsse - 80K
DraCo Karten - 91K
DraCo Rückseite - 67K
DraCo Innenansicht - 93K
Hi Res Version, DraCo Vision - 366K
Hi Res Version, DraCo Vision mit geöffneter Klappe - 282K
Hi Res Version, Rückseite des DraCo Vision - 395K
Innenleben des DraCo Vision - 714K
DraCo Vision von innen, linke Seite - 540K
DraCo Vision von innen, rechte Seite - 664K
DraCo Motherboard-Karte, genannt 'Eltanin' - 93K
Hi Res Version, Rastaban Busboard - 80K
Standard Spezifikationen
| Gehäusetyp: | kompletter Tower (für originalen DraCo) Würfel (für DraCo Vision) |
| Prozessor: | 060@50Mhz |
| MMU: | intern |
| FPU: | intern |
| Chipsatz: | Sonderanfertigung - verwendet keinen traditionellen Amiga-Chipsatz. |
| Kickstarts: | Unbekannt, hat aber eine zusätzliche CraCo-ROM. |
| Bus-Controller: | Unbekannt |
| Erweiterungssteckplätze: | 6 x 100pin Zorro II-Steckplätze (davon 1 reserviert für's Mainboard) 4 x DracoBus-Steckplätze (2 inline mit Zorro, 1 "inline" reserviert für's Mainboard) |
| Standard Chip-RAM: |
Keiner - der Speicher des DraCo ist vereinheitlicht, er unterscheidet nicht zwischen Chip- und Fast-RAM. |
| RAM-Sockel: | 4 x 72pin SIMM-Bänke (Der originale DraCo kann kein EDO verwenden, der DraCo Vision dagegen kann) |
| Festplatten-Controller: | 1 x SCSI-II-Controller |
| Laufwerksschächte: | Tower: Unbekannt
Würfel: |
| Schnittstellen: | 1 x seriell 1 x parallel 1 x 25pin externes SCSI 1 x 9pin Mausanschluß 1 x großer, PC-kompatibler 5pin DIN Tastaturanschluß 1 x 15pin VGA-Anschluß |
| Diskettenlaufwerke: | Unbekannt |
| Motherboard-Revisionen: | Unbekannt |
| Batterie gestützte Uhr: | Ja, verwendet Knopfzelle |
Der DraCo ist einer der ersten echten "Amiga-Clones", die jemals hergestellt wurden. Obwohl der Rechner mit einem AmigaOS arbeitet, verfügt er über keinen konventionellen Chipsatz wie ECS oder AGA, sondern verwendet ausschließlich CybergraphiX RTG-Software (mit der auch herkömmlichen Amigas arbeiten können), die die Bilderzeugung der Altais-Grafikkarte steuert. Der DraCo ist weniger für den Heimanwender gedacht, als vielmehr für den professionellen Videobereich - einer der wenigen professionellen Märkte, wo der Amiga Fuß fassen konnte. Der VLab Motion, ein weiteres Produkt aus dem Hause MacroSystem, war gerade in der Entwicklung, als Commodore das Zeitliche segnete und normalerweise hätten sie über den Rückgang der verfügbaren Amigas beunruhigt sein müssen. MacroSystems entschied sich jedoch, mit der Hardware, die sie bereits entwickelt hatten (RTG-Grafikkarten, Videodigitalisierungs- und Bearbeitungs-Hardware), ein einfaches Mainboard zu bauen, das in der Lage sein würde, Videodaten aufzunehmen und auszugeben. Der DraCo war sogar dafür vorgesehen, mit unkomprimierten Videodaten zu hantieren - eine unerhört große Leistung für die damalige Zeit, die allerdings niemals bewundert werden konnte, da die MotionJPEG-Komprimierung, die er verwendet, bereits gut genug war. Der DraCo war ursprünglich als Tower-Gerät entworfen worden, der sich aber als eher schwache Konstruktion entpuppte, da das Gehäuse oft schon beim Transport zerbrach. Bei der Neuauflage des DraCo wurde das Tower-Gehäuse durch einen sehr viel flotter aussehenden Würfel ersetzt, in erster Linie natürlich wegen der Probleme, die es mit dem Tower gab, aber auch, weil amerikanische Händler nicht wollten, daß es wie ein gewöhnlicher Computer aussieht, sondern eher wie ein professionelles Gerät zur Videobearbeitung, weil Computerhardware nun mal de Anschein erweckt, sie würde nicht so ohne Weiteres problemlos funktionieren. In diesem Zusammenhang wurde der DraCo auch umbenannt in DraCo Vision. Vom DraCo-Mainboard gibt es zwei Revisionen. Die erste Version, die im Tower-Gehäuse verkauft wurde, kann noch keinen EDO-RAM verwenden, die zweite Version im Würfelgehäuse dagegen kann es, was eine kleinen Geschwindigkeitsschub bei der Wiedergabe einbringt. Die zweite Version kann auch Ton in Echtzeit mischen. Es gibt eine DV-Karte für den DraCo, mit der man ein DV-Deck steuern und von dort Videodaten digitalisieren kann. Das Problem dabei ist, daß die Karte das DV-Format erst in das MotionJPEG des DraCo umwandelt, was einen Qualitätsverlust bedeutet - etwas das man auf jeden Fall vermeiden sollte, wenn man digital filmt! Außerdem gibt es eine Karte, mit der man ein externes Videobearbeitungsgerät gewissermaßen fernsteuern kann. Eine weitere Karte, die bedauerlicher Weise nie Marktreife erlangte, ist die sogenannte 'Component Card', von der zumindest ein Prototyp für den VLab Motion entwickelt wurde. Professionelle Videogeräte hatten damals separate Ausgänge für rote, grüne und blaue Bildanteile - genauso, wie es heutzutage bei den meisten DVD-Playern der Fall ist. Über die 'Component Card' hat der VLab Motion nun eben solche separaten Ein- und Ausgänge. Allerdings hat die Karte nie funktioniert und war zudem auch noch sehr zerbrechlich - vollkommen ungeeignet für eine professionelle Ausrüstung. Leider verlor MacroSystem das Interesse, als die Entwicklung des Casablanca ernsthaft ins Rollen kam. Das Interesse am Casablance hat in der Tat jegliche Hoffnung auf ein Fortschreiten der Entwicklung des DraCo zu Nichte gemacht. Der DraCo kann nicht mit SMPTE-Zeitcode umgehen, was eigentlich jedes professionelle Gerät beherrschen sollte - es ist eine für die Branche übliche Sprache, die von den verschiedensten Gerätekomponenten zur Kommunikation verwendet wird. Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Probleme, die nie beseitigt wurden, z.B. die etwas ungünstige "Integration" des Betitelungsprogramms 'Monument Designer'. Nicht nur, daß es einige schwerwiegende Fehler hat, seine Timeline arbeitet mit dem PAL-Standard, während das restliche System mit NTSC läuft. Auch der Ton ist immer ein Problem gewesen und die Zwischenlösungen dafür sind kompliziert und schwierig zu handhaben. Die deutsche Niederlassung von MacroSystem lieferte halbherzige Nachbesserungen, ihr wahres Interesse galt jedoch längst dem Casablanca. Allerdings war noch ein optionaler 233MHz DEC Alpha Co-Prozessor in Planung und wurde von einem Mitarbeiter entwickelt, der in seiner Freizeit bei DEC arbeitete, aber leider wurde auch davon nie etwas veröffentlicht. Eine weitere "Luftnummer" ist die Paladin-Karte. Da der DraCo in den USA so unglaublich teuer war (um die 15.000$; in Europa entsprach der Preis etwa dem eines gut ausgestatteten A4000), plante MacroSystem eine billige Amiga 030 Turbokarte mit Festplattencontroller und DraCo-Schnittstellen. Die Idee dahinter ist, daß man mit einem gewöhnlichen Amiga auch die gute DraCo Motion Videokarte und die Altais Grafikkarte nutzen und somit auf die Anschaffung eines teuren DraCo verzichten kann. Diese Idee erreichte aber nichtmal das Prototyp-Stadium.
Der DraCo selbst besteht aus etlichen Karten, die allesamt in einem Busboard stecken, das die Bezeichnung 'Rastaban' trägt. Das Rastaban verfügt sowohl über traditionelle Amiga Zorro II-Erweiterungssteckplätze, als auch über den speziellen DraCo-Erweiterungsbus, genannt 'Dracobus'. Der Dracobus hat eine Transferrate von bis zu 30MB/s und ist damit deutlich schneller, als der Zorro II-Bus, der gerade mal ein theoretisches Maximum von 8MB/s erreicht. Selbst Zorro III käme über 25MB/s nicht hinaus. Das Mainboard, genannt 'Eltanin', ist eigentlich selbst eine Art Karte, die gleichzeitig in dem obersten Zorro II-Steckplatz und dem obersten Dracobus-Steckplatz sitzt. Der DraCo kann ebensogut mit Zorro II-Karten, wie auch mit den weinigen Dracobus-Karten, wie z.B. der DracoMotion arbeiten. Der DraCo hat vier 72pin SIMM-Bänke für eine RAM-Erweiterung von bis zu 128MB, dazu noch zwei CIAs, eine DraCo-ROM, SCSI-II-Controller und ROM-Sockel für Amiga Kickstart-ROMs. Die CIAs werden fast nur zur Steuerung des Parallel-Ports benötigt, welcher seinerseits in erster Linie für den Dongle gebraucht wird, der bei LightWave mit dabei war. Er ist ansonsten mit den meisten Parallel-Geräten nicht sonderlich kompatibel. Auch die Zorro II-Schnittstellen sind problematisch. Wenn man beispielsweise eine Ethernet-Karte nutzen will, muß man sie an den zweiten Steckplatz von unten anschließen. Zudem muß man noch eine weitere Karte (egal welche) als so eine Art Terminator in den untersten Steckplatz stecken. Die Kompatibilität der Zorro II-Anschlüsse läßt in Verbindung mit vielen Karten zu wünschen übrig. Insbesondere Zorro II-Karten von Commodore scheinen Probleme zu bereiten. Zusätzlich zu dem üblichen Amiga Early Startup Menü, das per Druck auf eine einzelne Maustaste während des Resets aufgerufen werden kann, hat der DraCo auch noch sein eigenes Early Startup Menü, das über den Druck auf beide Maustasten gleichzeitig gestartet wird. In diesem Menü lassen sich verschiedene Einstellungen für den SCSI-Controller und die Festplatten anpassen. Der DraCo benötigt zwei spezielle Partitionen auf der Festplatte, die für die Aufnahme und Wiedergabe von Video auf der einen und Audio auf der anderen Partition bestimmt sind. Gängige Amiga-Software würde diese Partitionen nicht erkennen. Wenn man also ein Video exportieren möchte, um es z.B. mit ImageFX zu bearbeiten, müßte man es erst Bild für Bild mit MovieShop auf eine Amiga-Partition übertragen, bevor es sich mit ImageFX öffnen läßt.
Beiträge zu diesem Artikel von:
Bohus Blahut, NicDouille, Pascal Sallan, RiWa & Friends, Roman Eberle, Sebastian (Exin)
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Letzte Änderung des Artikels: 2010-03-15 11:07
Revision: 1.1
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